Da die Brustdrüsen wie auch ein Großteil der Brustkrebszellen durch Östrogene im Wachstum angeregt werden, lassen sich die Zellen, die Bindungsstellen (=Hormonrezeptoren) für Hormone haben, durch
Antiöstrogene im Wachstum blockieren. Der bekannteste "Blocker" ist das
Tamoxifen, daneben existieren noch Aromatasehemmer wie z.B. Femara oder Arimidex. Bei jüngeren Frauen, deren Eierstöcke noch aktiv sind, wird eine andere Form der Hormonblockade gewählt - sogenannte GnBH-Analoga wie
Zoladex, die chemisch die Ovarialfunktion ausschalten und so den potentiell wachsenden Tumorzellen die "Nahrung" entziehen.
Auch bei dieser Therapie kann es zu sehr unangenehmen
Begleiterscheinungen kommen: Die typischen Wechseljahressymptome ereilen die Patientinnen schnell und oft ungewöhnlich heftig: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, trockene Schleimhäute, Schrumpfungstendenzen der Scheide, Verlust der Lust u.v.a.m.
Nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass vor allem jüngere Frauen, die einer solchen Therapie unterzogen werden, ihren eventuell noch vorhandenen Kinderwunsch nicht realisieren können.
Die Antihormontherapie dauert in der Regel 5 Jahre.
Eine relativ neue Therapiemethode ist der Antikörper
Trastuzumab, besser bekannt unter dem Namen
Herceptin. Dieser monoklonale Antikörper blockiert bei gewissen Tumorarten den Wachstumsfaktor und wird momentan nur in der metastasierten Situation bei ca. 25% aller Fälle eingesetzt.
Bisphosphonate werden zur Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt. Sie sollen den Wiederaufbau von durch den Tumor zerstörter Knochensubstanz fördern.
Unter
Komplementär-Medizin versteht man die Behandlung außerhalb der schulmedizinisch anerkannten Strategien. Viele Patientinnen wählen - zusätzlich zu den oben genannten Therapien - komplementäre Heilmethoden wie
Naturheilverfahren, Homöopathie, Wunderheiler, Antikrebs-Diäten etc. Die bekanntesten Therapien sind Mistelinjektionen, Vitamin-Kuren, Einnahme von Selen, Zink etc.
Sehr informative Links hierzu:
Biologische Krebsabwehr mit Informationen zur ganzheitlichen Behandlung bei Krebs als Ergänzung zur Schulmedizin
Biologische Krebstherapie am Klinikum Nürnberg Nord, ein Förderprojekt der Deutschen Krebshilfe zu unkonventionellen Verfahren in der Onkologie
Von besonderer Wichtigkeit für die Patientinnen ist die
physikalische Therapie. Ein großes Problem stellt dabei die eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Armes und des potentiellen
Lymphödems dar. Bei ca. 60% der Frauen kommt es zu Funktionseinbußen der Beweglichkeit, zu Missempfindungen oder Lymphabflussbehinderungen. Einerseits sollte der betroffene Arm geschont werden, d.h. keine Blutabnahme oder Medikamentengabe sowie Schutz vor Verletzungen und extremer Hitze oder Kälte‚ andererseits muss der Arm rechtzeitig bewegt werden, um eine Schrumpfung des Schulter-Armgelenkes etc. zu vermeiden. Bei Lymphstau sollten regelmäßige Lymphdrainagen, eventuell mit anschließendem Wickeln des Armes oder Tragen eines Armstrumpfes erfolgen.
Ein sehr informativer Link zum Thema Lymphe:
Lymphe mit Informationen zum Lymphödem, Kliniken, Therapeutenliste etc.
Quelle:" Sprechende Medizin - Brustkrebs-betroffen", Lilly Pharma Deutschland