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Therapie
Hier haben wir für Sie einige grundlegende medizinische Informationen zu den wichtigsten Therapieformen der Schulmedizin wie Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormontherapie, Trastuzumab, und Bisphosphonate sowie zu naturheilkundlichen und physikalischen Therapien von Brustkrebs zusammengetragen. Ziel der Therapie sollte immer sein, den Tumor aus der Brust zu entfernen. Dies geschieht in der Regel durch die Operation
- entweder brusterhaltend, was anschließend immer eine Strahlentherapie zur Folge hat, oder (bei ca. 20% der Erkrankungen)
- durch Amputation (=Ablatio) der betreffenden Brust.
Zusätzlich werden die Lymphknoten der Achselhöhle der betroffenen Seite mit entfernt. Entweder wird der sogenannte "Wächter-Lymphknoten" oder "sentinel-node" entfernt. Das ist der erste Lymphknoten, der eventuell vom Tumor befallen ist. Er wird vor der Operation radioaktiv markiert und kann dann mittels Detektor während der OP erkannt und entfernt werden. Oder es erfolgt die Entfernung der Axilla-Lymphknoten des Levels I und II, dies sind zwei der drei Etagen-Lymphknoten der Achselhöhle, die in Stufen von Krebszellen befallen werden können. Diese Lymphknotenentfernung dient in erster Linie der Prognose und der anschließenden Therapie, da der Befall dieser Knoten ein Zeichen der fortgeschrittenen, metastasierten Erkrankung ist. In zweiter Linie weiß man unterdessen, dass auch von belassenen Lymphknoten eine Krebszell-Streuung ausgehen kann, die Patientin also schneller erneut erkrankt, d.h. entweder ein Rezidiv (=lokale Neuerkrankung in der betreffenden Brust) oder eine Metastasierung erfährt.


Durch die bei der Operation entnommenen Gewebselemente kann der Pathologe über den Tumor folgende Aussagen treffen:
  • Tumorart (duktal=Drüsengänge betreffend, lobulär=Drüsenläppchen betreffend etc.)
  • Entartungsgrad der Zellen = Grading
  • Gehalt der Zellen an Hormonrezeptoren (Östrogen -und Progesteronrezeptoren)
  • Her 2- neu-Rezeptoren (wichtig für die eventuell anschließende Behandlung mit dem neuen Tumor-Antikörper Herceptin = Trastuzumab
  • Befall der Achsel-Lymphknoten

Für brusterhaltende Operationen ist ein einzelner, begrenzt wachsender Tumor geeignet, der weder mit der Haut noch mit der Brustmuskulatur verwachsen scheint.
Für sehr große Tumore, bei denen eigentlich eine Amputation in Frage kommen würde, die Patientin aber dringend eine brusterhaltende Therapie wünscht, kann die neoadjuvante oder präoperative Chemotherapie eine Alternative sein. Die Frau erhält vor der Operation Chemotherapie, die den Tumor verkleinert. Nachteil dieser Methode ist, dass gelegentlich der Tumor in kleinere Nester zerfällt und bei der anschließenden brusterhaltenden OP makroskopisch nicht sichtbare Tumorreste in der Brust verbleiben.

Bei einer Brustamputation (=Mastektomie oder Ablatio) kann - wenn die Patientin es nach ausführlicher Aufklärung und Bedenkzeit wünscht - ein Wiederaufbau mittels Silikon-Implantat oder Eigengewebe (=tramflap oder tissimus-dorsi-Lappen) erfolgen.

Bei der anschließenden Strahlentherapie sollen eventuell noch verbliebene Tumorzellen zerstört werden, um das Rezidiv (=auf die Brust beschränkte Wiedererkrankung) zu verhindern.
Die Therapie erfolgt meist 2 bis 4 Wochen nach der Operation und dauert meist 6 Wochen, das entspricht 30 Bestrahlungen. Die Patientin darf sich während der gesamten Bestrahlungszeit und ca. 2 Wochen danach im Bestrahlungsgebiet nicht waschen. Diese Therapie wird normalerweise gut vertragen, gelegentlich sind die Frauen müde und belastet durch die täglich zwingenden Bestrahlungstermine. Zu Haarausfall oder sonstigen spürbaren Nebenwirkungen kommt es nicht. Allerdings ist die Haut der bestrahlten Areale anschließend etwas dunkler, empfindlicher und weniger elastisch. In seltenen Fällen kann es zu Irritationen der Lunge oder bei linksseitig erkrankten Frauen, vor allem bei einer Vorschädigung oder herzbelastender begleitender Chemotherapie, zu Herzinsuffizienzen kommen.

Chemotherapie bedeutet die Gabe von zellschädigenden Medikamenten. Diese hemmen vor allem das Wachstum von Krebszellen, aber auch die des Knochenmarks, der Haarwurzeln sowie der Schutzzellen des Verdauungstraktes. Meist erfolgt die Gabe der Chemotherapie als Kombination verschiedener auf die Teilungszyklen der Tumorzellen wirkender Medikamente. Bekannte Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Blutbildveränderungen, Pilzerkrankungen durch die reduzierte Abwehrkraft des Körpers, Ausbleiben der Regelblutung. Meistens wird diese Behandlung in Form von Infusionen in Behandlungszyklen verabreicht - selten in Form von oraler Therapie. Während der Therapie müssen regelmäßige Blutbild-Kontrollen erfolgen, um das Ausmaß der Nebenwirkungen abzuschätzen.
Hormon- bzw. Antihormontherapie
Da die Brustdrüsen wie auch ein Großteil der Brustkrebszellen durch Östrogene im Wachstum angeregt werden, lassen sich die Zellen, die Bindungsstellen (=Hormonrezeptoren) für Hormone haben, durch Antiöstrogene im Wachstum blockieren. Der bekannteste "Blocker" ist das Tamoxifen, daneben existieren noch Aromatasehemmer wie z.B. Femara oder Arimidex. Bei jüngeren Frauen, deren Eierstöcke noch aktiv sind, wird eine andere Form der Hormonblockade gewählt - sogenannte GnBH-Analoga wie Zoladex, die chemisch die Ovarialfunktion ausschalten und so den potentiell wachsenden Tumorzellen die "Nahrung" entziehen.
Auch bei dieser Therapie kann es zu sehr unangenehmen Begleiterscheinungen kommen: Die typischen Wechseljahressymptome ereilen die Patientinnen schnell und oft ungewöhnlich heftig: Hitzewallungen, Schlafstörungen, Depressionen, trockene Schleimhäute, Schrumpfungstendenzen der Scheide, Verlust der Lust u.v.a.m. Nicht zu vernachlässigen ist die Tatsache, dass vor allem jüngere Frauen, die einer solchen Therapie unterzogen werden, ihren eventuell noch vorhandenen Kinderwunsch nicht realisieren können.
Die Antihormontherapie dauert in der Regel 5 Jahre.

Eine relativ neue Therapiemethode ist der Antikörper Trastuzumab, besser bekannt unter dem Namen Herceptin. Dieser monoklonale Antikörper blockiert bei gewissen Tumorarten den Wachstumsfaktor und wird momentan nur in der metastasierten Situation bei ca. 25% aller Fälle eingesetzt.

Bisphosphonate werden zur Behandlung von Knochenmetastasen eingesetzt. Sie sollen den Wiederaufbau von durch den Tumor zerstörter Knochensubstanz fördern.

Unter Komplementär-Medizin versteht man die Behandlung außerhalb der schulmedizinisch anerkannten Strategien. Viele Patientinnen wählen - zusätzlich zu den oben genannten Therapien - komplementäre Heilmethoden wie Naturheilverfahren, Homöopathie, Wunderheiler, Antikrebs-Diäten etc. Die bekanntesten Therapien sind Mistelinjektionen, Vitamin-Kuren, Einnahme von Selen, Zink etc. Sehr informative Links hierzu:
Biologische Krebsabwehr mit Informationen zur ganzheitlichen Behandlung bei Krebs als Ergänzung zur Schulmedizin
Biologische Krebstherapie am Klinikum Nürnberg Nord, ein Förderprojekt der Deutschen Krebshilfe zu unkonventionellen Verfahren in der Onkologie

Von besonderer Wichtigkeit für die Patientinnen ist die physikalische Therapie. Ein großes Problem stellt dabei die eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Armes und des potentiellen Lymphödems dar. Bei ca. 60% der Frauen kommt es zu Funktionseinbußen der Beweglichkeit, zu Missempfindungen oder Lymphabflussbehinderungen. Einerseits sollte der betroffene Arm geschont werden, d.h. keine Blutabnahme oder Medikamentengabe sowie Schutz vor Verletzungen und extremer Hitze oder Kälte‚ andererseits muss der Arm rechtzeitig bewegt werden, um eine Schrumpfung des Schulter-Armgelenkes etc. zu vermeiden. Bei Lymphstau sollten regelmäßige Lymphdrainagen, eventuell mit anschließendem Wickeln des Armes oder Tragen eines Armstrumpfes erfolgen.
Ein sehr informativer Link zum Thema Lymphe:
Lymphe mit Informationen zum Lymphödem, Kliniken, Therapeutenliste etc.

Quelle:" Sprechende Medizin - Brustkrebs-betroffen", Lilly Pharma Deutschland