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Früherkennung
Derzeit erkranken in Deutschland jährlich 49.000 Frauen, 19.000 sterben daran. Die Sterblichkeit geht zurück, eventuell durch bessere Selbstkontrolle der Frauen, eventuell durch verbesserte Therapie. Jedoch nimmt die Erkrankungshäufigkeit gefährlich zu: Jede 8. Frau erkrankt momentan in Deutschland an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau, wobei 20% vor ihrem 40. Lebensjahr erkranken. Daher ist die qualitätsgesicherte Früherkennung eine unserer Forderungen.

Einige sehr informative Seiten im Internet hierzu:

Bilderbuch der Brustdiagnostik: erklärt anhand von kommentierten Beispielen Begriffe aus der Mammadiagnostik, zusammengestellt von Dr. Birtel, Hamburg
Brustkrebs-Hamburg: verständliche Darstellung über alle medizinischen Möglichkeiten der Brustkrebs-Früherkennung, von Dr. Birtel, Hamburg
Qualitätsring Radiologie: neueste Informationen zu Qualität und Zertifizierung von Mammographie-Geräten

Brustkrebs macht in Vor- und Frühstadien keine Beschwerden. Leider existieren bei uns in Deutschland noch keine Früherkennungsrichtlinien, wie z.B. in den Niederlanden, Dänemark, England etc. Diese Länder haben ein sogenanntes "Früherkennungs-Screening", d.h. bei Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr besteht auf freiwilliger Basis die staatlich garantierte und finanzierte Möglichkeit, an Mammografie-Reihenuntersuchungen in versierten, hochqualifizierten Zentren teilzunehmen. In Deutschland soll dieses ab 01.01.2003 stufenweise eingeführt werden. Unsere europäischen Nachbarn haben gezeigt, dass durch das Mammografie-Screening nach Europäischen Leitlinien (EUREF) die Brustkrebs-Sterblichkeit um ca. 35% reduziert werden kann.

2003 wird für uns Frauen ein sehr wichtiges Jahr , denn das deutsche Gesundheitssystem ist gefordert, bei der Brustkrebsbekämpfung so schnell wie möglich an die europäischen Qualitätsanforderungen aufzuschließen. Damit jede Frau dabei mithelfen kann, haben die in der nationalen Brustkrebsbewegung zusammengeschlossenen Frauenorganisationen - so auch die BKI e.V. - das Buch "Brustkrebs bekämpfen - Frauen in Deutschland auf dem Weg nach Europa" mit einem Vorwort der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt herausgegeben. Dieses Buch enthält alles, was eine Frau in Deutschland über Vorbeugung, Früherkennung, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Brustkrebs wissen sollte. Darin finden Frauen u.a. eine Check-Liste der Kriterien, anhand derer sie die Qualität von Brustzentren oder brustkrebsbehandelnden Kliniken objektiv feststellen können.

Hier haben wir für Sie Informationen zur Mammografie, zu Symptomen sowie zur Diagnose von Brustkrebs zusammengetragen.
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Mammografie
Die Strahlenbelastung einer "guten" Mammografie ist vergleichsweise gering. Es sollte trotzdem keine unnötige oder zu häufige Röntgenuntersuchung durchgeführt werden, zumal es noch weitere apparative Brustuntersuchungen ohne Strahlenbelastung gibt, wie z.B. die Sonografie oder das MRT, die helfen, "unklare Befunde" technisch abzuklären. Besser keine Mammografie als eine schlechte - dies sollte die Devise der Zukunft sein.
 
Symptome
Bei folgenden Veränderungen sollte die Frau eine/n Gynäkologen/in aufsuchen:
  • neu aufgetretene Knoten, Verhärtungen oder Größendifferenz der Brust
  • Einziehungen der Haut der Brust
  • Veränderungen ‚ Einziehungen oder Absonderungen aus der Brustwarze
  • plötzliche Rötung der Brust
  • Knoten in der Achselhöhle oder über dem Schlüsselbein
  • anhaltende Schmerzhaftigkeit der Brust.
Bei diesen Anzeichen muss eine fachgerechte Abklärung durch o.g. Methoden erfolgen. Da die bildgebenden Verfahren oft keine sichere Diagnose zulassen, muss aus dem verdächtigen Bezirk eine Gewebsprobe mittels Stanze oder Exzision entnommen werden, die dann feingeweblich (=histologisch) aufgearbeitet wird. Stanzbiopsien werden gewöhnlich ohne Vollnarkose (örtliche Betäubung ist möglich, aber oft nicht nötig) unter Ultraschallsicht oder Röntgen-Kontrolle durchgeführt. Wenn sich das Gewebe als suspekt erweist, muss die Frau sich anschließend einem operativen Eingriff unterziehen. Gelegentlich ist aber auch die Entfernung des gesamten verdächtigen Bezirkes in Vollnarkose unvermeidbar, z.B. bei Mikrokalk in der Mammografie ohne lokalisierten Tast- oder Gerätebefund.
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Diagnose
Hat sich durch diese Maßnahmen eine Krebserkrankung als sicher erwiesen, schließen sich - meist erst nach der Primäroperation - weitere Untersuchungen an. Diese dienen der Feststellung der Tumorausbreitung:
  • Knochenszintigramm
  • Ultraschall der Leber
  • Lungenröntgen
  • gegebenenfalls CT oder MRT
  • gegebenenfalls Laborwerte wie die Tumormarker CA 15 - 3 oder CEA.
Diese Stoffe werden von den Krebszellen gebildet und können ein Hinweis auf den Therapieerfolg sein. Man weiß jedoch heute, dass die Tumormarker oft erst ansteigen, wenn die Patientin schon - von ihr selbst spürbar - zunehmende Beschwerden in Richtung Metastasierung hat. Deshalb geht man heutzutage immer mehr davon ab, Tumormarker als Routine-Laboruntersuchung zu bestimmen.

Die Krebsausbreitung wird seit über 30 Jahren mit der sogenannten TNM-Klassifikation angegeben:
  • T 1-4 steht für die Tumorgröße
  • N o-3 steht für Nodus (=Lymphknotenausbreitung)
  • M 0-1 steht für Metastasen (=Tochtergeschwülste)
  • P vor T steht für den pathologischen Befund
  • G (=Grading) steht für die Bösartigkeit der Krebszellen; unterteilt in G1 bis G4, d.h. Zellen G1 sind relativ "harmlos", während G4 sich schnell teilende, schnell wachsende, anarchistische Zellen beschreibt.
Immer wird auch der Hormongehalt und oft die Proliferationsrate (=Teilungsrate) gerade der Krebszellen beschrieben. Dies ist notwendig, um die sich anschließende individuelle Therapie festlegen zu können.

Quellen:
"Sprechende Medizin - Brustkrebs-betroffen", Lilly Pharma Deutschland
"Brustkrebs bekämpfen - Frauen in Deutschland auf dem Weg nach Europa"
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